Helena wird von zwei sich bekämpfenden Mächten umgeben, weil sich ihre mit dem Orchester der Welt der Nebel verbundenen Freunde Sohane und Constantin schrecklichen Kräften des Bösen entgegenstellen: Ohne uns den Inhalt der Geschichte zu liefern, können Sie uns diese Welt, in der sich Helena bewegt, beschreiben?

Als virtuose Pianistin lebt Helena sehr stark in ihrer inneren Welt. Ein Musiker dieses Ranges verbringt fünf bis zwölf Stunden am Tag mit seinem Instrument. Dies ist fast eine autistische Welt, in der man Stunden ohne zu sprechen verharren kann, auf ein Werk eingestimmt, völlig in sich gekehrt.
Die Welt der Nebel stellt also den heftigsten Schock, den man sich vorstellen kann, dar, da diese aus Empfindsamkeit und Routine bestehende Artistin mit den stärksten Trieben des Menschen konfrontiert wird: die Macht, der Herrschaftsinstinkt, der Tod, die Angst, die Brutalität, die Wut, usw.
Aus diesem äußersten Kontrast wird die Geschichte genährt. Wie wird eine so wenig vorbereitete und zerbrechliche Artistin ihre Angst und Ratlosigkeit angesichts immenser Herausforderungen überwinden (oder nicht).

Wie haben Sie das für die bildliche Übersetzung der Geschichte verantwortliche Team ausgesucht?

Dank Begegnungen und Glück. Am Anfang hatte ich mir nicht vorgenommen, in der Bildregie so ehrgeizig zu sein. Und dann bin ich dem Regisseur Romain Bouleistex begegnet, dessen Begeisterung mich mitgerissen hat. Dann hatten wir Schwierigkeiten mit enttäuschenden 3D Wiedergaben. Bei der Suche nach einem Webdesigner sind wir dann zufällig auf die wunderbaren Zeichnungen von Pascal Quidault gestoßen. Ich denke, der Illustrationsstil wird sich im Laufe unserer Erfahrungen weiterentwickeln.

Sie sind der Leiter von Studio Capitale, ein hauptsächlich im Gebiet des Synchronisierens spezialisierten Audio Postproduction Unternehmens: Welche Bande bestehen zwischen Studio Capitale und Ihrem "Helena" Projekt?

Das "Helena" Projekt und mehr noch "Musical Tales" stellt aus Unternehmenssicht ein Budget für Forschung und Entwicklung für die Firma dar. Wir sind als Anbieter von Dienstleistungen tätig und ein Erfolg von "Musical Tales" würde die Entwicklung unserer eigenen Projekte ermöglichen.
Außerdem konnten wir dank des Synchronisationsstudios auf die besten Schauspieler und sehr professionelle Aufnahmebedingungen zurückgreifen.

Warum eine Verbreitung dieses Projekts übers Internet wünschen ?

Um beim Anfang zu beginnen, warum einen Film, ein Spiel, ein Buch machen, ohne zu wissen, ob es ein Publikum für die Geschichte geben wird? Das kostenlose Internet bietet einen direkten Zugang zu den Leuten, um sie zu fragen: "Mögt ihr dieses Projekt, gefallen euch die Musik, die Bilder, usw.". Und das auf der ganzen Welt. Danach, in einem weiteren Schritt, wenn es das Publikum wünscht, können wir weitere Medien entwickeln.
Außerdem ist es ebenfalls für uns ein mit allen Freiheiten ausgestatteter Raum; kein Verleiher, keine Zwischenhändler, was Sie sehen kommt direkt von unseren Computern zu den Ihren, fast wie wenn wir zu Ihnen kommen würden, um Ihnen unsere Geschichte zu erzählen. Die Freiheit hat keinen Preis.

Sie sind nicht nur Schöpfer sondern auch Produzent dieses Projekts: Warum also ein kostenloser Zugang im Internet, bedeutet das eine Politik der Partnerschaften mit anderen Internetseiten, Unternehmen...?

Um die Fortsetzung des Projekts zu finanzieren, suchen wir Partner, Sponsoren, die uns unterstützen. Die Tatsache, daß Musical Tales eine ehrgeiziges, internationales Projekt ist, sollte alle, die eine weltweite Ausstrahlung anstreben, interessieren.

Die glatte Realisation diese Projekts und der daraus entstehende Gesamteindruck zeugen von einer großen Professionalität und einem schönen graphischen, erzählerischen und musikalischen Gelingen: Sind auch Sie mit dem "Endprodukt" zufrieden?

Am Anfang hätte ich nie gedacht, daß wir so weit kommen könnten. Der Beitrag von allen im Team hat zu diesem Ergebnis geführt. Was die Musik angeht, bin ich nie vollumfänglich zufrieden. In der Inspiration steckt immer ein Anteil Zufall und Glück, aber sagen wir, daß ich einige Passagen sehr schätze.

Das Schlußwort gehört Ihnen.

Als diese Projekt in die Produktionsphase ging, hegte ich die Hoffnung, Subventionen oder andere Unterstützungen zu erhalten. Nicht so. Ich mußte mich mit dem Gedanken abfinden, daß ich es alleine machen würde, ohne Hilfe, und das hat mich einige schlaflose Nächte gekostet. Ich habe meine ganze Energie, Zeit und Ersparnisse in dieses Projekt gesteckt, ohne zu wissen, ob es beim Publikum auf ein Echo stoßen würde. Ich ende also mit einem Gebet, daß dieses Abenteuer gelingen möge, nicht um mich zu bereichern, aber schlicht und einfach damit wir weitermachen können und um dieses sagenhafte Team, das wir aufgestellt haben, noch viele Jahre zu behalten.

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