DIE ENTDECKUNG EINER WELT
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Helena Canta
Dieses junge, 14-jährige Mädchen weist einige Ähnlichkeiten mit Hélène Grimaud auf, der weltbekannten französischen Pianistin und Gründerin eines Refugiums für Wölfe. Helena ist also eine virtuose Pianistin, deren immenses Talent jedoch von Zwangsstörungen und einer gesteigerten Empfindsamkeit gedämpft wird.
Ihr Vater ist kein anderer als Victorio Canta, ein Dirigent italienischer Herkunft. Ihre Mutter, die schöne Isolde « Tosca » Canta von korsischer Abstammung kann sich rühmen, eine der größten lyrischen Sopranistinnen zu sein, (der Beiname Tosca scheint ihr anzuhaften, wohl aufgrund einer meisterhaften Interpretation der Titelrolle in der Oper von Puccini, wie man annimmt).
Helena Canta
Sohane Guereau
Wenn man Sohane zum ersten Mal erblickt, ist es ihre Schönheit, die das unvorbereitete Auge als erstes trifft: eine dieser unaufdringlichen Schönheiten, die wahrscheinlich von ihren langen, gewellten Haaren ausgeht, aber auch von der Kraft ihrer Augen, zwei große Ebenholzstücke, die einen fixieren und nicht mehr loslassen, ein Blick von einer klaren Lebhaftigkeit als Ausdruck von Intelligenz. Aber Intelligenz geht nicht immer einher mit Ehrgeiz, an dem es Sohane mangelt.
Sie wurde von einer Familie madegassischen Ursprungs adoptiert, der Vater Jean-Patrick ist Ingenieur am BTP und die Mutter Annie Komboli-Guereau Forscherin in Grundlagenphysik, mit dem riesigen Vorteil, in ihrem Labor zu hause arbeiten zu können.
Sohane und Costia bilden ein schlagfertiges Paar, das sich gegenseitig in die Seile schickt. Aber zwischen Sohane und Helena ist die Beziehung friedvoller, eher geschwisterlich, denn Helenas zügellose Seite und Intelligenz schmeicheln der Bewunderung, die Sohane ihr entgegenbringt. Sohane ist außerdem die Reiterin von Fire, einem Pferd von seltener Lebhaftigkeit.
Sohane Guereau
Constantin Miref, genannt « Costia »
« Intellektuellenköpfchen, Großmaul », so könnte man dem Anschein nach Costia, das zweite Mitglied von Helenas treuem Freundeduo, zusammenfassen. Aber seine Geistesgegenwart, sein Sinn für Spott, gepaart mit einem sportlichen Äußeren, über das jedoch eine ehrwürdige Brille unter einem dichten braunen Haarschopf hinwegtäuscht, scheint ihn dazu zu berechtigen, auf der Doppelsaite des Scharfsinns und der Posse zu spielen.
Seine Vertrautheit mit Sohane, (die sich durch flammende verbale Zweikämpfe äußert), und mit Helena, (dank Costias freundschaftlicher Hänseleien, auf die Helena kaum anspricht, wenn man ihrem verträumten und von den kleinen Neckereien abgekoppelten Blick Glauben schenken kann), verleihen ihm eine besondere Rolle in diesem Trio, Faulpelz aber brillant.
Seine Mutter ist Lehrerin, sein Vater Landwirt. Dieser kümmert sich um die bei ihm in Pension gegebenen Pferde, in erster Linie das von Sohane. Schließlich zwingt die wiederholte Unabkömmlichkeit seiner Eltern Costia dazu, auf seine um drei Jahre jüngere Schwester Anya zu achten.
Constantin Miref, genannt « Costia »
Die Reiter
Von Costia und Sohane angeführt, wird die Reitertruppe in Helenas Leben eine wichtige Rolle spielen. Im Kampf sind sie mit einem “Backfire” oder “Flammenrückstoß” ausgerüstet. Dieser seltsame Gegenstand kommt in Gestalt einer Lanze mit einem Griff in der Mitte daher. Auf dem Griff sind in Daumenhöhe zwei Knöpfe angebracht, grün und rot. Der grüne Knopf steuert eine miniaturisierte, sehr starke Batterie, die aus der Spitze der Lanze eine elektrische Entladung schleudert. Unter dem kleinen Finger befindet sich ein Auslöser, der die Lanze zum thermischen Schild weiterentwickelt. Die Lanze breitet sich dann aus und wandelt sich zum Solarpanel, das in der Lage ist, das Feuer eines Drachens aufzunehmen. Ein Drittel der Energie wird zurückgestrahlt und die restlichen zwei Drittel werden von mit der Batterie verbundenen thermischen Kollektoren aufgenommen. Ist diese Energie einmal eingefangen, heißt es, die Batterie ist überladen und der rote Knopf wird aktiviert. Beim Drücken dieses Knopfes wird fast alle empfangene Energie als elektrischer Bogen mit einer Reichweite von drei Metern zurückgegeben. Auf dem Sattel befinden sich zwei horizontale teleskopische Stäbe, die nach vorne ausgefahren werden. Sobald sie ihre volle Länge erreicht haben, werden zwei T-förmige Röhren entriegelt. Um es bildlich zu umschreiben: Man stelle sich die Endwinkel am Ende von Zuggleisen vor, man wird sich denken können, wozu... Außerdem verfügt der Reiter nebst seinem Backfire über eine elektrische Peitsche. Es handelt sich dabei um einen mit etwa 1500 Volt geladenen Hochspannungsleiter, der unverzüglich alles “abkühlt”, das sich nähert...
Die Reiter
Das Orchester
Das Orchester besteht aus vier Instrumentenfamilien: die Saiteninstrumente, die Holzblasinstrumente, die Blechblasinstrumente und das Schlagzeug. Die Mitglieder (70 Musiker, unter Ihnen Jean-Gaël Poussier, die erste Geige, oder Floriane, eine der Flötistinnen) müssen sich gegen die bösartigen Kräfte der Welt der Nebel behaupten. Sie versuchen also, sich mit allen Mitteln gegen die Angriffe von Marx Igor und der Königin Theresa zu schützen, die sie beide gefangen nehmen wollen, um sie in Geistersklaven zu verwandeln. Aber momentan scheint das Orchester angesichts der Offensiven der Soldaten von Oberst Malitte völlig aus der Fassung zu sein.
Das Orchester
Wolfgang Amadeus, genannt « Ama »
Diese Geschichte erscheint in einem neuen Licht, wenn man Helenas Beziehung zu den Wölfen anschaut. Dieser Teil der Geschichte ist eine frei inspirierte Variation der zwischen Hélène Grimaud und der Spezies « Canis lupus » bestehenden Liebe. Der in « Helena und das Orchester der Welt der Nebel » in Erscheinung tretende Wolf heißt Wolfgang Amadeus, genannt Ama. Es ist ein sehr großer, dominanter grauer Wolf mit wilden Instinkt. Er scheint Helena als Teil des Rudels anzuerkennen, er respektiert sie somit und beschützt sie gegen die sie umgebenden Gefahren. Wir werden ebenfalls seine Familie kennenlernen, eine dominante weiße Wölfin mit Namen Alawa, Jungwölfe und Welpen.
Wolfgang Amadeus, genannt « Ama »
Fire
Fire ist ein weißes Pferd, ein spanisches Vollblut mit völlig explosiver Persönlichkeit. Aus rein technischer Sicht, sind seine Beschleunigungen von unglaublicher Wucht, der Reiter (im vorliegenden Fall Sohane) wird buchstäblich nach vorne geschleudert. Selbst wenn man nicht an Gedankenübertragung glaubt, ist es ziemlich verwirrend, zu sehen, in welchem Maße Sohane und dieses Pferd zur gleichen Zeit oft die gleichen Ideen und Gelüste haben und die gleichen Emotionen teilen. Sehr nervös aber weniger schnell als Presto, (was er durch eine extreme Beweglichkeit im Kampf ausgleicht), greift er wie ein Boxer an, indem er die Hufe nach vorne wirft. Sein Lieblingsspiel: sich auf ein Rennen mit Presto einlassen.
Fire
Presto
Presto, ein herrlicher schwarzer Traber mit weißen Füßen, ist ein sehr schnelles Pferd mit eher gutmütigem und gesetztem Temperament. Wenn ihn Constantin Miref reitet und er an Angriffen teilnimmt, stürzt er sich mit gesenktem Kopf nach vorne, wie ein angreifender Widder, wenn man den Vergleich wagen darf. Dieses Tier ist tatsächlich ein Rennpferd, mit einem mächtigen Motor ausgestattet und atemberaubenden Geschwindigkeitsspitzen. Sein Verhältnis zu Constantin ist ebenfalls sehr aufschlußreich: man ist weit von den Klischees der Beziehung zwischen Herr und Tier entfernt, die beiden scheinen sich ihre Unabhängigkeit erhalten und dabei eine perfekte Harmonie entwickelt zu haben.
Presto
Die Falken
Die Falken bilden die Kämpfer der Lüfte des Orchesters; ihre Aufgabe ist es, die tosenden Angriffe der Pterosauren zu kontern. Es sind Wanderfalken, die größten unter den Falken (38 bis 48 cm), für eine stärkere Schlagkraft. Wenn auch der Einsatz dieses Federviehs gegen die gigantischen Pteros lächerlich erscheinen mag, so ist dies eine Täuschung. Der Wanderfalke ist für seine Fluggeschwindigkeit bekannt und ist in der Tat das schnellste Tier der Welt: er kann im Sturzflug Höchstgeschwindigkeiten von 300 km/h erreichen. So kann er seine Beute mittels seiner Geschwindigkeit bewußtlos schlagen. Die Nasenlöcher können dank eines Nasalschutzes beim Sturzflug geschlossen werden, sonst würde sein Kopf explodieren! Es ist also nicht aus Verdruß sondern aus einer bewußten Überlegung heraus, daß Helenas Gefährten diese gefährlichen Tiere im Kampf einsetzen.
Die Falken
Hector
Hector ist ein Truthahn. Auf so brutale Art eingeführt, kann man sich berechtigterweise fragen, was der tiefere Grund für seinen Platz in diesem Bestiarium ist. Das hieße aber zu vergessen, daß dieses kleine Tierchen eine starke Persönlichkeit besitzt: er ist der Chef auf dem Hof von Constantin Miref, eine Art Wachhund sozusagen, so wie man sie für gewöhnlich fürchtet, wenn man sich einsam gelegenen Anwesen nähert, aber ein Wachtruthahn ist auch nicht gerade beruhigender. Niemand kann ohne seine Zustimmung herein, erst recht nicht der Briefträger, falls er neu ist und die wankelmütige und launische Stimmung dieses Federviehs nicht kennt.
Hector
Marx Zerbher-Igorovitch, genannt Marx Igor
Bei der Geburt dieses mickrig und kränklich aussehenden Individuums war das Erste, das den Ärzte auffiel, eine mehr als abnorme Blutgruppe. Man kann heute feststellen, daß seine körperliche Schwäche mit der Zeit zugenommen hat. Diese Person ist von erschreckender Magerkeit und seine Bewegungen haben eine unermeßliche Lässigkeit und Langsamkeit erlangt. Kurzum, das Individuum hat sich im Laufe der Zeit nicht verbessert, das ist das Mindeste, was man dazu sagen kann. Sein Gehirn jedoch bleibt hyperaktiv, es ist überhaupt der einzige Teil seines kümmerlichen Körpers, der es ist.
Als er zur Welt kommt, entschied seine Mutter, nachdem sie ihm in die Augen geblickt hatte, das trinken ein annehmbarer Trost als Entschädigung für die Enttäuschung einer solchen Geburt wäre. Marx wird daraufhin von dieser Matrone nichts minder als vernachlässigt. Eines Tages, als diese besonders besoffen und infolgedessen relativ unaufmerksam war, begann er sie mit all seinen mageren Kräften zu verfluchen. In genau diesem Augenblick seines Lebens entdeckt Igor seine Fähigkeit, woher auch immer er sie hat, Verwünschungen und Flüche ausstoßen zu können; seine Mutter wird auf eine Geistergestalt reduziert, einen seelenlosen Schatten ganz zu Diensten ihres Sohnes. Als sein Vater von der Arbeit zurückkehrt, kann er nur noch die dämonischen Kräfte seines Kindes feststellen und stürzt sich in einem Wutanfall auf Marx, um ihn zu schlagen. Dieser verteidigt sich, indem er noch einmal die gegen seine Mutter ausgeführten Zaubersprüche wiederholt und mußte nicht lange warten: sein Vater wurde vom Fluch dazu getrieben, sich aus dem Fenster zu stürzen. Der kleine, kaum sechsjährige Marx wird dann zwangsweise in ein Waisenhaus platziert, während seine Mutter als dement geltend in eine Anstalt eingewiesen wird. Aber das Kind, wahrhaft voller geheimer Ressourcen steckend, flieht aus seinem Kerker und begibt sich in ein langes Exil.
In diesem Augenblick wird sein verrücktes Vorhaben geboren: für den Bau der schwärzesten Festung des Landes zu sorgen.
Marx Zerbher-Igorovitch, genannt Marx Igor
Königin Theresa Wagner
Noch klein, begeisterte sich die zukünftige Königin Theresa Wagner für die Dressur der Drachen, eine Tätigkeit die erstaunlicherweise von ihren Eltern nicht sehr gut aufgenommen wurde. Diese konnten sich jedoch nicht sehr lange gegen derartige Beschäftigungen stellen, denn sie wurden bei einem, wie man sagen könnte “schief gelaufenen Experiment” verkohlt, dank der kostbaren und unfreiwilligen Hilfe eines der wunderbarsten Flammenwerfer, die es gibt, Theresas Drachen.
Noch jung besteigt sie den Thron, ohne darauf vorbereitet zu sein, und wird bald von allen gehaßt. Sie flieht, kehrt dem Königreich den Rücken und begegnet Marx Igor in seiner Festung. Er verspricht ihr eine große Zukunft und finanzielle Unterstützung. Man kann in Anbetracht dieser paar wenigen da und dort eingefangenen Informationen annehmen, daß die Königin nichts weniger als das Opfer ihres Schicksals ist.
Ihre Grausamkeit kann nur mit ihrer Stellung als Königin erklärt werden, denn die Autorität in einem Feudalsystem setzt häufig einen wiederholten Gebrauch der Gewalt zu politischen Zwecken voraus, um eine immer in Frage gestellte Macht nicht zu verlieren. Wenn man aber zwischen der Frau und dem Amt, das sie innehat, unterscheidet, kann man einen Bruch erkennen, ein von ihren Eltern, die sich in ihrer Tochter verwirklichen wollen, um ihre persönliche Ambitionen besser zu befriedigen, mit Füßen getretenes Los als Drachenführerin, kurz eine wahrhaft unglückliche Kindheit.
Königin Theresa Wagner
Oberst Malitte
Beispielhafte Figur eines Karrieremilitärs. Als Befehlshaber der von Theresa angeheuerten Söldner, begegnet er seinen Männern mit großer Wertschätzung, läßt es an Autorität nicht mangeln, ist streng ohne unerbittlich und gerecht ohne feige zu sein. Seit seinen militärischen Anfängen denkt er, daß ein gegenseitiges Vertrauen der Schlüssel zum Erfolg auf dem Schlachtfeld ist und ein Pfand für Langlebigkeit in einer bewaffneten Welt, in welcher der Tod oft schneller als erwartet kommt und dem, den er trifft, selten in die Augen schaut.
Oberst Malitte
Madame Fringer
Physiklehrerin: Als Frau ohne Kinder vollzieht sie eine Übertragung auf die der Anderen und an erster Stelle auf ihre Schüler. Es gilt zu vermerken, daß ihre kleine Statur im Licht des Umfangs ihrer Persönlichkeit zu betrachten ist: hochmütig, passiert es ihr häufig, daß sie höchst verächtliche Bemerkungen in einem denkbar trübseligen Ton von sich gibt
Madame Fringer
Glut
Eine furchtbare und gefürchtete Kreatur ist Glut, der persönliche Drachen von Königin Theresa Wagner. Er ist ein riesiger Zuchtrüde mit einer Länge von nahezu zwölf Metern und einem Gewicht von ca. 100 Tonnen. Glut behauptet sich als der beeindruckendste, schauerlichste und mächtigste der Drachen.
Von den Unterschieden in der Statur abgesehen, haben die Drachen viele gemeinsame Züge. Alle besitzen als Waffe ihre Speicheldrüse, die ein zerstörerisches Napalm produziert. Wenn sich genügend Speichel angesammelt hat, erzeugen sie durch Zähneklappern einen Funken und speien das entzündete Napalm auf eine Entfernung von bis zu fünf Metern. Damit sie ihren « Speichel » überhaupt so weit schleudern können, müssen sie « laden », indem sie ihren Kopf so weit wie möglich nach hinten beugen, um ihn dann zum Abfeuern nach vorne zu werfen. Die Schwäche eines isolierten Drachens ist dann selbstverständlich die Zeit zum Nachladen, da er während mehrerer Sekunden speicheln muß, was ihn angesichts Individuen mit möglicherweise schlechten Absichten ihm gegenüber gefährdet. Eine engmaschige Drachenformation erscheint wirklich unverwundbar.
Glut
Schmelze
Schmelze wirkt ziemlich unbedeutend, wenn man ihn spaßeshalber mit Glut vergleicht; dieser « kleine » Drache besitzt jedoch recht achtbare Eigenschaften, denn sein Gesamtgewicht beträgt fünf Tonnen und er mißt von der Schnauze bis zur Schwanzspitze um die sechs Meter. So kann man anhand dieser Informationen sagen, daß sich sein Halter, Oberst Malitte, nicht schämen muß, ein solches Schachtroß zu reiten.
Schmelze
Die Pteros
Die Pteros sind schlicht und einfach eine Weiterentwicklung der Pterodaktylosauren aus früheren Zeiten. Diese massiven Vernichtungswaffen werden von Königin Theresa eingesetzt, um Angst und Schrecken unter den feindlichen Soldaten zu verbreiten, aber auch gegen die Reihen der Zivilisten. Diese können dann nur noch rennen, wenn sie das Pech haben, diesen meistens Tod und Zerstörung bringenden Ungeheuern zu begegnen. Sie haben eine Spannweite von sechs Metern, ihre Flügel bestehen aus Haut und Knochen und weisen entgegen häufig geäußerten Behauptungen keine Unze Federn auf. Ihr ein Meter langer Schnabel ist die schreckliche Waffe eines Fleischfressers, dessen Hauptaufgabe es ist, menschliche Knochen zu zermalmen.
Die Pteros
Lussier und seine Bande
Marc Lussier ist das Beispiel eines Schülers, der die Rolle des niederträchtigen Fieslings einnimmt. Er ist der Anführer der Gruppe mit dem Charisma eines Kühlschranks, der Haltung vortäuscht, indem er den harten Kerl markiert. Zu seiner Gefolgschaft gehören unter anderem Vincent Fréau, ein zwar netter aber beeinflußbarer Junge, der Marc folgt, um sich selbst sicherer zu fühlen, und Virginie Boiron, eine brillante Schülerin, deren Vorliebe in Sachen Beziehungen den nicht dominanten jungen Männern wie Vincent gilt. So entsteht ein konstanter und absurder Reigen, Virginie verfolgt Vincent, der wiederum hinter Marc her ist, was typisch für den Bandeneffekt ist.
Lussier und seine Bande
Die Welt der Nebel
In dieser Welt ist der Himmel nie blau, sondern nimmt vielmehr violette Töne an. Tagsüber bläst ein ständiger Wind, nachts setzt der Wind aus; dann steigen aber die Nebelschwaden, die dieser Welt ihren Namen gegeben haben, auf. Im Westen der Welt der Nebel befindet sich eine Kathedrale, in die sich das Orchester zurückgezogen hat. In dieser Kathedrale sind im Hauptschiff weder Bänke noch Lehnstühle, das einzige auffindbare Mobiliar besteht aus einer Orgel am hintersten Ende. Der Wald um diese alte Kultstätte weicht, je weiter man darin vordringt, immer mehr dichtem Gestrüpp mit braunen Dornen, die schwarze Festung von Marx Igor ankündigend. Diese bezieht ihren Namen von dem düsteren Vulkangestein, das sie bedeckt. Die Wassergräben, immer in lodernden Flammen stehend, umrahmen unheimliche Mauern mit schrecklichen Kerkern in einer der Fassaden. Diese geographische Konstellation läßt sich so erklären, daß die Gefangenen im Falle eines plötzlichen Angriffs als menschliches Schild benutzt werden können. Dieses Bild der Welt der Nebel zeigt uns also, daß diese alles andere als engelhaft ist.
Die Welt der Nebel
Das Dorf Bussy
Dieses Dorf der realen Welt ist ein ländlicher Marktflecken von sehr alltäglicher Architektur. Um Bussy herum liegen Wälder und Hügel in einer friedfertigen Atmosphäre voller Poesie. Bei Regenwetter wird es im Wald und seiner Umgebung matschig. An einigen Stellen am tieferen Ende des Tals gibt es kleine Bäche, deren Ufer sich in teilweise weite Sümpfe verwandeln, in denen man sehr leicht einsinken kann. Es ist interessant zu beobachten, daß die reichliche in dieser erhaltenen Umwelt vorkommenden Fauna ein Zusammenleben mit einem großen Raubtier wie dem Wolf zuläßt.
Was die Bauten von Bussy angeht, nehmen zwei Gebäude einen besonderen Platz in Helenas Geschichte ein, nämlich ihr Gymnasium und ihr Haus. Das Gymnasium von Bussy ist ein alter Bau aus dem Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Es befindet sich in einer etwas abgelegenen Ecke des Dorfes und besteht aus einem großen rechteckigen Gebäude, einem Schulhof und dem Häuschen des mit dem Unterhalt des Ortes betrauten Hausmeisters. Die vier Etagen des Gymnasiums bilden ein recht verdrießliches, trübes Ganzes. Die Klassenzimmer zeichnen sich durch nichts außergewöhnliches aus und gleichen sich alle. Helena, eine diskrete und zurückhaltende Natur, besucht ihr Gymnasium gewissenhaft aber ohne besondere Leidenschaft.
Beim Haus der Cantas ist es etwas ganz anderes. Dieses hohe Haus mit seinen spitzen Formen erscheint bei genauerer Betrachtung etwas baufällig. Es versinnbildlicht recht gut die Tatsache, daß seine Besitzer keine Anhänger einer perfekten und absoluten Ordnung sind, sondern vielmehr eine gewisse Übereinkunft im Gleichklang mit der Natur vorziehen. Das Bauwerk liegt weit außerhalb von Bussy am Waldrand. Das Innere ist schlicht und sachlich. Die Atmosphäre fördert die zum Schaffen eines künstlerischen Werks erforderliche Konzentration. In Helenas Zimmer im ersten Stock befinden sich alte in einem naiven wo nicht gar kindlichen Stil bemalten Möbel. Aber das Nebenzimmer (mit fast symmetrischer Ausrichtung) beherbergt Helenas Flügel, der so steht, daß das Licht direkt auf die Partitur scheint, also zu drei Vierteln mit dem Rücken zum Fenster, um einen ungünstigen Schattenwurf des Klavierspielers zu vermeiden. Alles in diesem Raum dient einer Maximierung der Konzentration: Teppich, Schlichtheit der Einrichtung, mit dunklen Stoffen bespannte Wände, doppelte Vorhänge vor den Fenstern, Beleuchtung in Richtung des Notenpults, Regale für die Partituren... Dies ist also der artistische Schlupfwinkel, in dem Helena in die Musik eintaucht.

